Onlinemarketing-Buch

Gutscheine und E-Coupons

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Gutscheine waren schon immer sehr beliebte Instrumente für die Verkaufsförderung. So gibt es Gutscheine im klassisch stationären Handel in allen Varianten. Im Online-Marketing werden Gutscheine auch schon seit geraumer Zeit eingesetzt. Aber seit Groupon mit einer einfachen und verständlichen Idee im November 2008 in Chicago startete, schiessen die Internetplattformen für Gutscheine nur so aus dem Boden.

Die Idee ist bestechend einfach. Es wird täglich für eine Stadt ein bestimmter Deal mit mindestens 50 % Rabatt angeboten. Wenn sich genügend Käufer finden, kommt der Deal zustande. Der Anbieter muss allerdings bereit sein, mindestens 50 % Rabatt zu gewähren. Auf den verbleibenden 50 % muss er nochmals rund 30 bis 50 % Provision an den Plattformbetreiber entrichten, sodass ihm nur noch etwas mehr als ein Drittel des Normalpreises bleibt. Je nach Marge ist es daher für gewisse Branchen überhaupt nicht möglich, solche Gutscheine anzubieten.

Beliebt sind die Gutscheine bei Hotels, die so schlechte Auslastungen zu bestimmten Zeiten ausgleichen können. Insofern ist es unter Umständen betriebswirtschaftlich sinnvoller, über die verkauften Gutscheine einen Deckungsbeitrag erzielen zu können, als die Zimmer leer stehen zu lassen, denn die Fixkosten hat man ja ohnehin.

Die „Mutter“ der Gutscheinplattformen, Groupon, hat im Dezember 2010 ein Übernahmeangebot von Google von geschätzten 6,5 Mrd. US-Dollar ausgeschlagen. Das ist sehr erstaunlich, weil sich ein solches Geschäftsmodell relativ einfach kopieren lässt. Daher haben inzwischen viele Start-ups wie MyCityDeal.de, DailyDeal.de oder DeinDeal.ch die Idee von Groupon haben übernommen.

Abbildung: Beispiele der Gutscheinplattform DailyDeal.de

Derzeit wächst die Konkurrenz auf Dutzenden Plattformen schnell an. Aber auch Amazon, Facebook und Google werden in diesem lukrativen Geschäftsfeld kaum tatenlos zusehen. Anfang August 2011 hat Amazon eigene Deals angekündigt und möchte dies zuerst in Chicago, der Heimatstadt von Groupon, starten.

Der Autor betreibt selber seit Anfang Juli 2011 eine Gutscheinplattform in Form einer Rückwärtsauktion, wo regelmässig ein Gutschein mit einem Rabatt startend bei 50 % versteigert wird. Wer zuerst zuschlägt, gewinnt die Auktion und damit den Gutschein. Der Maximalrabatt, der dabei erzielt werden kann, beträgt 88 %. www.auktion88.ch läuft ausschliesslich auf Facebook.


Abbildung: Auktion88 vollständig in Facebook integriert ist eine Rückwärtsauktion bis 88% Rabatt.



Mit E-Coupons kann man die Leute von der Website in den physischen Laden locken. Der Schweizer Einzelhändler Coop bietet ständig einen Tankgutschein über 3 Rappen an.


Abbildung: E-Coupon, um Leute von der Website ins stationäre Geschäft zu bringen (ROPO-Effekt) (Quelle: Coop Mineralöl, www.coop-mineraloel.ch)

Das nachfolgende Beispiel zeigt die sinnvolle Verknüpfung von einer Bannerkampagne von Natuzzi, die einen Gutschein im Wert von CHF 300.- offerierte. So kann der Erfolg von Online- zu Offlinekäufen direkt gemessen werden. Nur haben solche Aktionen auch langfristigen Charakter, denn nicht jeder braucht jedes Jahr eine neue Polstergruppe.



Abbildung: Landing Page als E-Coupon (Quelle: Natuzzi)

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